Brad­ley Weiss und Cari­na Was­le gewin­nen XTERRA South Afri­ca
5. März 2018
Die Eli­te kommt zur XTERRA Euro­pa­meis­ter­schaft 2018 an den O-SEE
6. April 2018

Cross­tri­ath­lon und der wil­de Osten – ein per­sön­li­ches State­ment von Faris al Sul­tan (Schirm­herr XTERRA EM 2018)

Im Novem­ber 2017 haben wir die Bom­be plat­zen las­sen und das Geheim­nis gelüf­tet – Faris al Sul­tan wird Schirmherr/Patron der XTERRA EM 2018 und damit auch ein Stück weit über unse­re O-SEE Chal­len­ge! Der 40-jäh­ri­ge gewann 2005 als drit­ter Deut­scher den Iron­man Hawaii und wur­de damit zu einer Iko­ne des Tri­ath­lons­ports. 2014 war er bereits bei der ITU Welt­meis­ter­schaft am Olbers­dor­fer See am Start und sam­mel­te zur Abwechs­lung Erfah­run­gen im Cross-Tri­ath­lon. Sei­ne Moti­va­ti­on damals und heu­te als Schirm­herr zurück­zu­keh­ren hat er uns im nach­fol­gen­den State­ment per­sön­lich geschil­dert.

Faris al Sul­tan Cross­tri­ath­lon und der wil­de Osten

In mei­ner Tri­ath­lon­kar­rie­re habe ich über die vie­len Jah­re viel aus­pro­biert und dabei vie­les weni­ger Sinn­vol­le gemacht.
Mei­ne Aus­flü­ge auf das MTB waren meist schmerz­haft und wenig erfolg­reich, dafür aber unglaub­lich auf­re­gend und erfül­lend.
Mei­ner tech­ni­schen Limi­tiert­heit am Rad war ich mir stets bewusst und das wur­de mir auch immer wie­der vor Augen geführt, aber sowohl bei mei­nem ers­ten Aus­flug ins Cross­me­tier am Titi­see, als auch beim Cape Epic oder mei­nem letz­ten Auf­tritt am O-See war es ein ganz beson­de­rer Reiz.
Eben nicht nur die blan­ke Phy­sis, wie sonst meist beim Tri­ath­lon ein­zu­set­zen, son­dern auch das Gelän­de zu meis­tern und sich selbst zu über­win­den, ver­meint­lich unüber­wind­ba­re Pas­sa­gen, ob berg­auf oder berg­ab fah­rend, zu bewäl­ti­gen.
Ich bin oft geschei­tert. Der Mut hat mich auch am O-See ver­las­sen, wo ich die Schlüs­sel­stel­le her­ab gehend hin­ter mich gebracht habe. Aber an manch ande­rer Stel­le habe ich mich über­wun­den und Mut und tech­ni­sche Fer­tig­kei­ten auf ein neu­es Niveau geho­ben, was mir für das MTB, den Stra­ßen­tri­ath­lon aber auch die täg­li­che Fahrt mit dem Rad­hän­ger zum Kin­der­gar­ten gehol­fen hat.
Und sei­en wir ehr­lich, für die meis­ten von uns geht es nicht dar­um jemals zu fah­ren wie Ruben Ruza­fa oder Sebas­ti­an Kien­le, oder zu lau­fen wie Patrick Lan­ge. Es geht dar­um, uns zu ver­bes­sern.
Eine 2.0/3.0 oder sogar 4.0 Ver­si­on von sich selbst zu sein. Um sich zu ver­bes­sern, sei es phy­sisch oder tech­nisch, muss man ein­fach die Kom­fort­zo­ne ver­las­sen.
Den Cross­tri­ath­lon und vie­le Stel­len im Osten Deutsch­lands ver­bin­det die rau­he Schön­heit der Natur, beson­de­re Her­aus­for­de­run­gen und die wirt­schaft­li­chen Schwie­rig­kei­ten, mit denen die Akteu­re oft zu kämp­fen haben. Ich wer­de nie ver­ges­sen, wie mir Kath­rin Mül­ler, die her­aus­ra­gen­de Cross­tri­ath­le­tin des Jah­res und spä­te­re Welt­meis­te­rin, 2014 am O-See vor dem Ren­nen erklär­te, dass sie ihr Start­geld selbst bezahlt hät­te, da Sie kei­ne Unter­stüt­zer oder För­de­rer hat. Das fand ich sehr pein­lich und beschä­mend.

Man­che Regio­nen des Ostens haben auch beson­de­re Her­aus­for­de­run­gen zu meis­tern, auch der Kampf gegen Resi­gna­ti­on, die den Eigen­an­trieb lähmt und die Abwan­de­rung befeu­ert.
Hier ist der Tri­ath­lon mit sei­nem hohen Bedarf an Eigen­mo­ti­va­ti­on, sei es von Ath­le­ten oder Ver­an­stal­tersei­te ein her­vor­ra­gen­des Gegen­bei­spiel. Man kann etwas tun, für sich als Ath­let und als Ver­an­stal­ter für sei­ne Regi­on.
Jetzt mag man mit fünf Stun­den Trai­ning in der Woche kein Welt­meis­ter wer­den und ein Ren­nen mit 250 Teil­neh­mern mag noch kei­nen Mas­sen­tou­ris­mus aus­lö­sen, aber im dunk­len Wald ist auch eine klei­ne Ker­ze hell und irgend­wo ist stets der Anfang.
Dr. Klaus Schwa­ger und sei­ne Trup­pe sind ein Bei­spiel dafür, dass man mit Fleiß und Ein­satz etwas errei­chen kann, immer­hin fand 2014 die Cross­tri­ath­lon-WM in Zit­tau statt und ein aus­er­le­se­nes Teil­neh­mer­feld fand sich in der Lau­sitz ein.
Mit der O-See Chal­len­ge erwirt­schaf­tet man sicher nicht viel Geld und den­noch kann sich jeder Hel­fer, vom OK-Chef bis zum Becher­rei­cher sagen, dass er zumin­dest etwas bei­getra­gen hat, um den Wett­kampf einen Erfolg wer­den zu las­sen und eine Mög­lich­keit genutzt hat, Wer­bung für sei­ne Hei­mat zu machen.
Ich freue mich auch, dazu bei­zu­tra­gen und hof­fe, vie­le Ath­le­ten und Zuschau­er kom­men im August und sehen und/oder machen groß­ar­ti­ge Wett­kämp­fe.

In dem Sin­ne

Faris al Sul­tan

Schirm­herr der O-SEE Chal­len­ge und XTERRA EM 2018