Ergeb­nis­se
19. August 2018
Bri­git­ta Poor und Brad­ley Weiss gewin­nen XTERRA European Championship/XTERA Ger­ma­ny
27. August 2018

Weiss und Poor alte und neue Euro­pa­meis­ter

Brad­ley Weiss aus Süd­afri­ka und Bri­git­ta Poor aus Ungarn hol­ten am ver­gan­ge­nen Sams­tag an einem schö­nen, aber hei­ßen, tro­cke­nen und stau­bi­gen Tag die Titel beim Eli­te­ren­nen der XTERRA European Cham­pi­ons­hip im Rah­men der 18. Auf­la­ge der O-SEE Chal­len­ge.

Zum zwei­ten Mal in Fol­ge, gewin­nen Weiss und Poor die euro­päi­schen Titel (letz­tes Jahr bei XTERRA Den­mark). Für Weiss, den amtie­ren­den XTERRA-Welt-, Asi­en-Pazi­fik- und Euro­pa­meis­ter, ist der Sieg sein zwei­ter inner­halb weni­ger Wochen und der vier­te in die­sem Jahr. Für Poor ist der Sieg ihr sieb­ter in neun Ren­nen bei der dies­jäh­ri­gen XTERRA European Tour.

Die Wet­ter­pro­gno­sen sahen für den Renn­tag sehr gut aus. Der Mor­gen star­te­te bewölkt mit 21 Grad, was gegen­über den hei­ßen Tagen vor­her deut­lich ange­neh­mer war. Pünkt­lich eine hal­be Stun­de vor Start ver­zog sich die Wol­ken­de­cke und die Son­ne brann­te wie­der vom Him­mel. Es soll­te ein sehr hei­ßes Ren­nen wer­den. Der Olbers­dor­fer See war wie fast immer sehr warm und damit hieß es aber­mals Neo­pren­ver­bot. Pünkt­lich 11.30 Uhr star­te­ten als ers­tes die Eli­te Damen und Her­ren am Strand des Olbers­dor­fer Sees. Spä­ter gefolgt von den Alters­klas­se­ath­le­ten und den Volks­sport­lern auf den kür­ze­ren Distan­zen. Ein über alle Start­wel­len sehr star­kes und vor allem das größ­te Star­ter­feld bis­her wur­de dem Ruf die­ses Ren­nens abso­lut gerecht. Alle Distan­zen waren bereits vor Ende der Mel­de­frist rest­los aus­ver­kauft.

Jens Roth, amtie­ren­der Deut­scher Meis­ter, als star­ker Schwim­mer bekannt ver­such­te sich vom Feld abzu­set­zen. Beim kur­zen Land­gang nach der Hälf­te der 1,5km führ­te er mit nur zwei Län­gen vor Will Crud­ging­ton (GBR). Etwas spä­ter folg­ten Roger Ser­ra­no (ESP) und Maxim Cha­né (FRA). Wie zu erwar­ten, kam er als Ers­ter aus dem Was­ser, dicht gefolgt von Crud­ging­ton. Die Bei­den konn­ten eine etwa 30 Sekun­den gro­ße Lücke zwi­schen sich und ihre Ver­fol­ger brin­gen.

Auf dem Moun­tain­bike bil­de­te sich schnell eine gro­ße Grup­pe bestehend aus Sam Osbor­ne (NZL), Max Cha­né (FRA), Matteo Boz­za­to (ITA), Will Cru­ding­ton (GBR), Jens Roth (GER) und Roger Ser­ra­no (ESP). Der amtie­ren­de XTERRA Welt­meis­ter Brad­lay Weiss aus Süd­afri­ka schloss trotz sei­nes Rück­stan­des von etwa einer Minu­te beim Schwim­men sehr schnell zu die­ser Grup­pe auf  und über­nahm auch gleich die Füh­rung und drück­te aufs Tem­po.
„Brad kam sehr früh zu uns, und sobald er da war, zer­split­ter­te die Grup­pe „,sag­te Osbor­ne, der die Stär­ke auf dem Bike von Weiss nur all­zu gut kennt. „Ich muss­te nach ein paar Hügeln abrei­ßen las­sen und fühl­te mich, als hät­te ich früh viel Zeit ver­lo­ren. Ich ent­schied mich dafür mich zurück­fal­len zulas­sen und mit François Car­lo­ni zu fah­ren, um mei­ne Kräf­te zu spa­ren. “
Nur Roger Ser­ra­no konn­te dem Tem­po von Weiss fol­gen.
„Ich war so froh, dass Roger mit mir gefah­ren ist, denn es ist wirk­lich schwer, die­sen Kurs allei­ne zu fah­ren“, sag­te Weiss. „Wir haben gut zusam­men­ge­ar­bei­tet und die Geschwin­dig­keit kon­stant hoch gehal­ten.“
So kamen sie auch zusam­men zum zwei­ten Wech­sel. Der Vor­sprung betrug nun schon ca. 1.30 Minu­ten auf den Vor­jah­res­sie­ger Osbor­ne.
Die­ser ging mit nun mit Cha­né auf Ver­fol­gungs­jagd, dicht gefolgt vom Euro­pa Tour Füh­ren­den  Car­lo­ni.

Weiss wur­de jedoch nicht mehr ein­ge­holt.
„Mei­ne Zie­le haben sich in den letz­ten zwei Jah­ren geän­dert, ich kon­zen­trie­re mich nun auf die gro­ßen XTERRA-Ren­nen“, sag­te Weiss. „Die klei­nen Ren­nen machen Spaß, aber mei­ne Zie­le sind die kon­ti­nen­ta­len Meis­ter­schaf­ten. Als nächs­tes sind die XTERRA Pan Ame­ri­can Cham­pi­ons­hips in den USA, und es wird sehr schwer wer­den, dort im nächs­ten Monat gegen Josiah Mid­d­augh (USA) und Mau­ricio Men­dez (MEX) zu gewin­nen, aber ich wer­de mein Bes­tes geben. “

Osbor­ne lief sehr schnell, mit dem schnells­ten Lauf-Split des Tages in 40:31 Minu­ten und konn­te so noch Ser­ra­no über­hol­ten, um sich den zwei­ten Platz zu sichern.

„Nach einer har­ten Bike­run­de muss­te ich sehen, was ich beim  Lau­fen noch ret­ten konn­te“, sag­te Ser­ra­no. „Ich lag am Ende auf dem zwei­ten Platz, den ich nicht erwar­tet hat­te. Es war eine lan­ge Sai­son, daher freue ich mich auf eine Pau­se vor XTERRA Däne­mark und dem letz­ten Trai­nings­block, vor Maui. “

Ser­ra­no ret­te­te den drit­ten Platz und nach dem Ren­nen sag­te er: „Ich war mit der Orga­ni­sa­ti­on von XTERRA in Spa­ni­en beschäf­tigt, daher war ich mir sicher, dass mein Lauf heu­te nicht gut genug für ein Podi­um sein wür­de. Als ich 3. wur­de, war ich sehr glück­lich und viel­leicht soll­te ich jetzt dar­über nach­den­ken, nach Maui zu fah­ren. Viel­leicht könn­te ich dort auch mit einem bes­se­ren Trai­ning um einen Podest­platz kämp­fen. “
Olly Shaw aus Neu­see­land wur­de Vier­ter. Fran­cois Car­lo­ni aus Frank­reich wur­de Fünf­ter.

Beim Frau­en­ren­nen führ­te Nico­le Wal­ters aus Eng­land nach dem Schwim­men rund 40 Sekun­den vor Poor. Cari­na Was­le aus Öster­reich und Liz­zie Orchard aus Neu­see­land waren etwa 1:15 Minu­ten von der Spit­ze ent­fernt und Hele­na Karas­ko­va aus der Tsche­chi­schen Repu­blik war 3:30 Minu­ten dahin­ter.
„Ich bin sehr gut geschwom­men“, sag­te Karas­ko­va, die vier­fa­che XTERRA European Tour Cham­pi­on, die ihr Kar­rie­re­en­de Anfang der Woche ver­kün­det hat­te. „Es war schön zu hören, dass ich nur drei Minu­ten von der Spit­ze ent­fernt war, aber sobald ich mit dem Rad­fah­ren begann, spür­te ich, dass ich nicht die bes­ten Bei­ne hat­te, also kon­zen­trier­te ich mich auf die Down­hills.“

Wäh­rend Karas­ko­va sich ihren Weg durch das Feld bahn­te, hat­te Poor bereits nach 4 Kilo­me­tern die Füh­rung über­nom­men.
„Ich habe Nico­le früh auf der Bike­run­de ein­ge­holt, aber sie ist dran geblie­ben und wir sind zusam­men den ers­ten Anstieg hoch­gefrah­ren“, sag­te Poor. „Dort habe ich ange­grif­fen und habe das Tem­po noch ein­mal ver­schäft und konn­te eine Lücke rei­ßen.“

Nach 11 Kilo­me­tern auf dem Rad war Wal­ters immer noch Zwei­te, dicht gefolgt von Was­le und Orchard.

„Ich fühl­te mich auf dem Bike gut“, sag­te Was­le, die XTERRA European Tour Füh­ren­de. „Ich war fuhr lan­ge Zeit allein, was nicht ein­fach war.“
Beim zwei­ten Wech­sel hat­te Poor mit dem schnells­ten Bike-Split des Tages bereits drei Minu­ten Vor­sprung auf Was­le und vier Minu­ten auf Karas­ko­va.
„Ich fühl­te mich heu­te Mor­gen ein biss­chen krank und habe nicht gut geschla­fen“, sag­te Poor. „Ich habe mich trotz allem auf mein Ren­nen kon­zen­triert und alles ist gut gegan­gen. Ich bin wirk­lich glück­lich wie­der gewon­nen zu haben und Euro­pa­meis­te­rin zu sein. “
Karas­ko­va hat­te einen fan­tas­ti­schen Lauf. Sie über­hol­te Was­le und sicher­te sich somit den 2. Platz bei ihrem letz­ten Ren­nen.

„Fürs Ers­te wird dies mein letz­tes XTERRA-Ren­nen sein“, sag­te Karas­ko­va. „Mein Kör­per ist müde und es ist Zeit, sich auf die Fami­lie zu kon­zen­trie­ren und das XTERRA-Ren­nen in der Tsche­chi­schen Repu­blik mit wei­ter ent­wi­ckeln zu hel­fen.“
Was­le sag­te, sie ist mit dem drit­ten Platz zufrie­den.
„Am Ende des Laufs, als Hele­na an mir vor­bei­ging, war ich so über­hitzt und ver­krampft, also konn­te ich nicht dage­gen hal­ten erklär­te Was­le. „Ich bin froh, wie­der auf dem Podi­um zu ste­hen. “
Liz­zie Orchard (NZL) wur­de Vier­te, Eva Gar­cia Gon­za­les (ESP) wur­de Fünf­te.